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Sehr geehrte Damen und Herren”: Alternativen für die Anrede

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Allen voran in der Berufswelt kommt man an dem regelmäßigen Verfassen formeller Schreiben nicht vorbei. Dies beginnt bereits mit dem Schreiben einer Bewerbung, geht weiter mit Mails an Kollegen oder Vorgesetzte und reicht bis hin zum Verfassen privater Schreiben, gerichtet an Ämter oder die Bank. Bei der Frage nach einer höflichen und möglichst angebrachten Form der Anrede entschied man sich noch bis vor einigen Jahren häufig für den absoluten Klassiker der Anreden und begann die meisten Schreiben mit „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Obwohl die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ immer noch genutzt wird, haben sich im Laufe der Zeit deutlich passendere und zeitgemäßere Formulierungen etabliert, die wir Ihnen im Rahmen dieses Beitrags näherbringen möchten. Beantworten wollen wir unter anderem die Frage, welche Alternativen es für „Sehr geehrte Damen und Herren“ gibt und in welchem situativen Kontext diese Alternativen verwendet werden können. Angefangen bei einer persönlichen Ansprache mittels Namen und Nachname, bis hin zu genderneutralen Formulierungen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die ein formelles Schreiben bereits während des Einleitungssatzes deutlich ansprechender und moderner wirken lassen.

Ist die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ noch zeitgemäß?

Vorab gilt es, die Frage zu beantworten, ob die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ tatsächlich heute als eine altmodische und nicht mehr zeitgemäße Form der Anrede verstanden wird oder ob es immer noch Situationen gibt, in denen Sie gut damit beraten sind, auf Altbewährtes zu setzen. Um Ihnen diese Frage möglichst direkt zu beantworten, sei gesagt, dass es tatsächlich fast immer besser ist, auf eine persönliche Ansprache zu setzen, allen voran durch die Nennung des Namens seines Gegenübers. Das gilt sowohl für eine Bewerbung als auch für Schreiben oder E-Mails an Chefs und Vorgesetzte. Insofern Ihnen der Name Ihres Ansprechpartners bekannt ist, sollten Sie diesen in Ihrer Ansprache auch verwenden.

In der Praxis würde demzufolge eine derartige Ansprache wie folgt aussehen: „Guten Tag Herr/Frau (Nachname)“ oder „Sehr geehrter Herr/Sehr geehrte Frau (Nachname)“. Letzteres Beispiel eignet sich insbesondere für sehr formelle Anlässe oder geschäftliche Schreiben, da durch den Ausdruck „Sehr geehrte/r Frau/Herr“ zu Beginn der Ansprache, etwas mehr Distanz und Seriosität zum Ausdruck gebracht wird. Tatsächlich ist jedoch genau das Thema Distanz einer der entscheidenden Faktoren, warum die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ wenn möglich vermieden werden sollte. Denn der Klassiker unter den Anreden wirkt nicht nur sehr generisch, sondern klingt zudem zu distanziert, was in gewissen Situationen auch als eine subtile Form von Desinteresse empfunden werden kann. Schließlich sollte man als Verfasser eines geschäftlichen und seriösen Schreibens möglichst viel Interesse seinem Gegenüber entgegenbringen und das gilt umso mehr im Rahmen von Bewerbungen. Eine gewisse Distanz ist im Rahmen einer seriösen und geschäftlichen Kommunikation zwar wichtig, allerdings sollte stets das Interesse im Vordergrund stehen.

Die Verwendung einer persönlichen Ansprache zeigt in gewissen Situationen auch, dass man sich über seine Ansprechperson oder gar das ganze Unternehmen informiert hat. Wenn Sie also momentan damit beschäftigt sind, ein für Sie wichtiges Schreiben zu verfassen, zum Beispiel im Rahmen einer Bewerbung, sollte Sie die Namen Ihrer Gegenüber in der Ansprache verwenden. Falls Ihnen die Namen nicht bekannt sind, gilt es diese im Vorfeld zu recherchieren. Hilfreich kann hier ein Klick auf die Seite des Unternehmens sein, ein Blick in die Stellenanzeige auf unserer Jobbörse oder ein Besuch des berufs- und karriereorientierten sozialen Netzwerks LinkedIn. Wo genau man am besten nach den Namen seiner Ansprechpartner sucht, hängt in der Regel immer von der Situation und dem Anlass des Schreibens ab.

Wie gut ist die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ für eine Bewerbung geeignet?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, gilt es eine persönliche Ansprache generischen Anreden wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ praktisch immer vorzuziehen und das gilt auch, wenn nicht sogar umso mehr, für das Verfassen einer Bewerbung. Welche Formulierung genau Sie für Ihre Anrede während des Verfassens einer Bewerbung am ehesten verwenden sollten, hängt immer von den jeweiligen Umständen und den zur Verfügung stehenden Informationen ab. Wenn Sie bereits zu Beginn um den Namen Ihres Ansprechpartners wissen, sollten Sie diesen im Rahmen Ihrer Bewerbung auch verwenden. Die gängige und persönliche Standard-Formulierung für die Anrede im Rahmen einer Bewerbung lautet „Sehr geehrte Frau XY“ oder „Sehr geehrter Herr XY“. Sollte Ihr Ansprechpartner über einen Titel verfügen, gilt es auch diesen mit in der persönlichen Ansprache und Anrede aufzugreifen, indem dieser ausgeschrieben zwischen Herr/Frau und dem Nachnamen platziert wird. Das würde dann wie folgt lauten: „Sehr geehrter Professor (Name)“ oder „Sehr geehrter Herr Doktor (Name)“.

Im Rahmen ausgewählter Bewerbungen kann es vorkommen, dass Sie mehrere Personen in Ihrem Bewerbungsschreiben adressieren müssen. In diesem Fall trennen Sie während der Anrede die individuellen Ansprachen an Ihre Gegenüber per Komma; „Sehr geehrte Frau (Name), sehr geehrter Herr (Name)“. In Ausnahmefällen übernehmen zudem Personal- und Recruiting-Teams die Bearbeitungen von Bewerbungen, wodurch Sie darauf angewiesen sind, das ganze Team in Ihrer persönlichen Ansprache zu adressieren. Zwei respektvolle Anschreiben hierfür sind „Sehr geehrtes Personalteam“ oder „Liebe Mitarbeitende der Personalabteilung“.

Übrigens: Nur den Vornamen bei der Anrede zu verwenden, gilt innerhalb einer externen Bewerbung in jedem Fall als Tabu. Anders kann dies jedoch im Rahmen einer internen Bewertung sein, wenn Sie in etwa ein besonders vertrautes und gutes Verhältnis zu Ihrem Ansprechpartner haben. Der Regelfall ist die jedoch nicht, wodurch man auch hier besser damit beraten ist, auf die Verwendung des Vornamens zu verzichten.

Genderneutrale Alternativen für die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“

Abhängig von dem jeweiligen Anlass Ihres Schreibens oder aufgrund mangelnder Informationen über Ihre Ansprechpartner, kann es gegebenenfalls angebracht sein, sowohl auf eine genderneutrale Formulierung des Anschreibens als auch auf eine genderneutrale Kommunikation als Ganzes auszuweichen. Eine genderneutrale Anrede beschreibt demzufolge eine Anrede, die alle Geschlechter umfasst, beziehungsweise an alle Geschlechter gerichtet sein kann. Beispiele hierfür sind unter anderem: „Sehr geehrtes Team der XY GmbH, Sehr geehrte Teilnehmende, Sehr geehrtes Publikum“.

Tipp: Beim Verwenden einer genderneutralen Anrede gilt es, im Anschluss daran die Sprache des Schreibens im Auge zu behalten. Es sollte demzufolge über das gesamte Schreiben hinweg eine genderneutrale Sprache verwendet werden.

Anlass, Zielgruppe, Empfänger: Die richtige Anredeform für verschiedene Situationen

Zum Abschluss geben wir Ihnen noch eine Orientierungshilfe mit auf den Weg, in Form einer praktischen Übersichtsliste mit verschiedenen persönlichen Ansprachen, für unterschiedliche Zielgruppen, Anlässe und Empfänger. Im Folgenden finden Sie demnach verschiedene Alternativen für die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“, gekoppelt an unterschiedliche Anlässe.

Beispiel 1: „Guten Tag“. Geeignet für E-Mails und Briefe mit unbekanntem Empfänger.

Beispiel 2: „Sehr geehrter Herr / Sehr geehrte Frau“. Respektvolle Standard-Formulierung für formelle Anlässe, inklusive Bewerbungen und Geschäftsschreiben.

Beispiel 3: „Liebes Team von (Abteilung oder Firma)“. Ansprache eines Teams, wie in etwa eine Gruppe von Mitarbeitern innerhalb einer Abteilung.

Beispiel 4: „Sehr geehrtes Team“. Geeignet für formelle Gruppenansprachen für verschiedene Anlässe.

Beispiel 5: „Liebe Kolleginnen und Kollegen“. Geeignet für interne Schreiben oder E-Mails an Kollegen und Mitarbeitende.

Beispiel 6: „Liebe Kundschaft“. Allgemeine Kundenansprache, unter anderem in Mails im Bereich Marketing, Newsletter und Co.

Fazit

Es gibt noch einige Situationen, in denen Sie mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ nichts grundlegend falsch machen, allerdings sind Sie gut damit beraten, für sowohl Ihre Bewerbungen, geschäftlichen Briefe, Mails als auch sämtliche formelle Schreiben zwecks weiterer Anlässe, auf eine persönliche Ansprache zu setzen. Das wirkt nicht nur zeitgemäßer und professioneller, sondern drückt gegenüber Ihrem Ansprechpartner zudem noch zusätzliches Interesse aus. Vorausgesetzt Sie verwenden die richtige Anrede für den jeweiligen Anlass, bewahren Sie somit trotz der Verwendung einer persönlichen Ansprache weiterhin die nötige Distanz und Seriosität, ohne dabei jedoch zu generisch und desinteressiert zu klingen.

Übrigens: Auf unserer Jobbörse sz-jobs.de finden Sie in den Details nahezu aller Stellenanzeigen die Namen und Kontaktdaten Ihrer potenziellen Ansprechpartner, die Sie direkt für Ihre nächste Bewerbung verwenden können. Zusammen mit der richtigen Anredeform, die Sie anhand unseres Beitrags nun kennen, sind Sie gut gewappnet für Ihre nächste Bewerbung. Regelmäßig neue und interessante Stellenausschreibungen finden Sie wie immer direkt bei uns – auf dem größten Stellenportal Sachsens.

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